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Lymphdrainage Ausbildung/KPE

Lymphdrainage Ausbildung/KPE

Lymphdrainage: 4-wöchige Ausbildung mit Zertifikat
(170 UE)

Manuelle Lymphdrainage

Obwohl in dem Wort Lymphdrainage nicht "Massage" enthalten ist, gehört sie doch zu den erfolgreichsten Massagearten, die auch Kassenärztlich verordnet werden können.
Denn heute ist die Manuelle Lymphdrainage aus der Physikalischen Therapie nicht mehr wegzudenken. Ob in der Krebsnachsorge, der Sportphysiotherapie, der Traumatologie oder bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, überall wo Ödeme in Zusammenhang mit Lymphabflussstörungen auftreten, kommt die Manuelle Lymphdrainage zur Anwendung.

Ca. 400-500 Therapeuten wurden in Deutschland in den Sechziger Jahren ausgebildet. In den Siebzigern waren es ca. 2.000-3.000, und in den Achtziger und neunziger Jahren ca. 20.000 Lymphdrainagetherapeuten.

Heute gibt es ca. zwölf Schulen mit bis zu zehn Niederlassungen über die ganze Bundesrepublik verteilt. Die Ausbildungssituation unserer europäischen Nachbarn sieht anders aus, dort existieren bis heute noch keine einheitlichen Richtlinien für die Ausbildung in Manueller Lymphdrainage. Deutschland hingegen ist, was die Qualitätssicherung der Ausbildung und die Versorgung der Ödempatienten angeht, vorbildlich.

Top Physio selbst, verfügt seit 2005 über eine Qualitätszertifizierung und hat sich im Laufe der Jahre auch im Bereich der Manuellen Lymphdrainage stark weiterentwickelt. Dank unserer internationalen hochkarätigen Dozenten befindet sich unser Fortbildungszentrum in der glücklichen Lage eine hervorragende Ausbildung zu garantieren, die nicht nur auf den Spuren der „Gründerväter“ wandelt, sondern sich auf den neusten Stand der Wissenschaft anpasst.

Doch was genau ist Lymphdrainage
...Der Ausdruck setzt sich aus dem lateinischen Wort ”lympha” für klares Wasser und dem französischen Wort ”drainage” für Entwässerung zusammen.
Bei der Entsorgung der Gewebeflüssigkeit hat das Lymphgefäßsystem eine entscheidende Funktion. Die passierende Lymphflüssigkeit wird mit Hilfe von ca. 800 Filterstationen (Lymphknoten) gereinigt.
Bakterien, Stoffwechselprodukte und Schadstoffe werden abgefangen und von so genannten Fresszellen vernichtet, bevor die Lymphe in den Blutkreislauf gelangt. Darüber hinaus leitet das Lymphsystem Flüssigkeit aus dem Gewebe ab und führt sie dem Blutkreislauf zu. Vereinfacht ausgedrückt ist die manuelle Lymphdrainage eine ”Entstauungstherapie”, um mit sanften, kreisenden Bewegungen und Ausstreichungen bei gestauter Flüssigkeit (Ödem) den Lymphabfluss zu steigern und den venösen Blutrückfluss zu verbessern.

Die im Gewebe angesammelte Flüssigkeit wird durch das Streichen wieder zurück in die Blutbahn geführt und kann so über die Nieren ausgeschieden werden, d.h. dass die Entstauung eine Entwässerung zur Folge hat. Durch die sanften Streich- und Kreisbewegungen der Fingerspitzen unterscheidet sich die Lymphdrainage von den festen Handgriffen der klassischen Massage. Ein Lymphstau (Ödem) kann viele Ursachen haben beispielsweise durch Entzündungen, Operationen (Entfernung der Lymphknoten), Bestrahlungen und Tumoren (bösartige Geschwülste). Auch eine Venenschwäche, bei der zuviel Lymphe aus den Gefäßen austritt und zu wenig Lymphe aus den Venen zurück transportiert wird, ist ein möglicher Grund.
Die erste Phase der Lymphdrainage nimmt ca. einen Monat in Anspruch, wobei 1-2mal täglich Lymphdrainagen-Behandlungen durchgeführt werden. Zur Erhaltung der Behandlungserfolge sind 2-3 weitere wöchentliche Behandlungen empfehlenswert.

Mit Hilfe weitererer Enstauungsmaßnahmen (z.B. Wickeltechniken, Kompressionsstrümpfe) kann bei Wasseransammlungen im Gewebe eine deutliche Besserung erzielt werden
Es gibt jedoch Indikationen bei Manuelle Lymphdrainage keinesfalls angewendet werden darf, z.B. bei Thrombosen, Herzerkrankungen und Krebserkrankungen der Lymphknoten.
Techniken der manuellen Lymphdrainage (ML)

Die vier Grundgriffe der ML dienen der Steigerung der Lymph - Angiomotorik (Steigerung der Aktivität der Lymphherzchen) und der Verschiebung von Flüssigkeit im klappenlosen Lymphgefäßnetz der Haut, sowie in den interstitiellen Spalten (Spalten im Gewebe).

Zur Lockerung von Bindegewebsvermehrungen (Verhärtungen) als Folge eine Lymphstaues (Schwellung) werden spezielle Lockerungsgriffe wie Knetungen und „Auswringgriffe“ angewandt. Ein weiterer effektiver „Ödembeseitiger“ bei Brustwand-Ödemen ist der Kieblergriff und als „Verschiebegriff“ wird der Ödemgriff an den Extremitäten angewendet.

Der Stehende Kreis

Die Haut wird flächig, kreisförmig verschoben, in Lymphabflussrichtung druckanschwellend in die Ausgangsposition zurück abschwellend. Also, von fünf vor 12:00 Uhr bis fünf vor 6:00 Uhr anschwellend und von 6:00 Uhr bis fünf vor 12:00 Uhr abschwellend. Der Stehende Kreis wird im Sekundentakt und auf der Stelle 5 mal ausgeführt. Die Auflagefläche der Therapeutenhand reicht von der Fingerspitze, bei der Behandlung der Patientennase, bis zur ganzen Handfläche bei der Thoraxbehandlung. Wir rutschen dabei nicht über das Gewebe, sondern jeder Griff wird neu angesetzt. Der Kreis ist so groß, wie die Haut sich verschieben lässt

Der Pumpgriff

Die Finger sind gestreckt, der Daumen abduziert, das Handgelenk ist aufgestellt, die „Schwimmhaut“ zwischen Daumen und Zeigefinger berührt die Extremität ohne Druck. Während der Handteller abgelegt wird erfolgt der Druck in einem Winkel von 45° in das Gewebe hinein bis zur Verschiebegrenze. Im Handgelenk findet dabei eine scharnierartige Bewegung statt. In der zweiten, der „Loslassphase“, trägt das Gewebe die Hand in ihre Ausgangsposition zurück. Die Hand wird ein Stück weiter wieder aufgesetzt und der Griff beginnt von neuem. Dieser Griff wirkt bis in die Tiefe hinein.

Der Schöpfgriff:

Die Ausgangsposition ist dieselbe wie beim Pumpgriff. Also, Finger gestreckt, Daumen abduziert, Handgelenk aufgestellt. Der Drehpunkt ist jetzt allerdings das Zeigefingergrundgelenk. Das Handgelenk fällt zu Seite und die gestreckten Finger schwingen in Abflussrichtung ein. Der Griff wird ohne Unterbrechung fortgesetzt, er schraubt sich sozusagen die Extremität hoch. Der Druck erfolgt rhythmisch anschwellend in der Einschwingphase und abschwellend in der Aufstellphase. Vodder bezeichnete die Bewegung als „gebende Bewegung“. Der Druck ist sehr leicht, man „streicht“ förmlich über das Gewebe. Der Griff wirkt vor allem auf das subkutane klappenlose Lymphgefäßnetz.

Der Drehgriff:

Die Hand mit dem abduzierten Daumen liegt flächig aus. In der Druckphase verschiebt die gesamte Handfläche die darunter liegenden Gewebe, kreisförmig in Abflussrichtung. Die Finger zeigen immer in Abflussrichtung. Während der Schubphase wird der Daumen an die Handfläche herangeführt und streicht dabei über das Gewebe. In der zweiten Phase trägt das Gewebe die Hand wieder in ihre Ausgangsposition zurück. Der Daumen bleibt stehen, die Finger gehen vorwärts, als ob sie ein Stück Stoff abmessen wollten. Der Handteller wird abgelegt, dabei rutscht der Daumen zur Seite. Sobald die ganze Hand aufliegt beginnt der Griff von neuem. Der Drehgriff ist ein Griff für große Flächen, zum Beispiel am Thorax.

Manuelle Lyphdrainage Ausbildung

Eingangsvoraussetzung für die Teilnehmer:

Die Teilnehmer an der Weiterbildung müssen eine abgeschlossene Berufsausbildung als Masseur/Masseur und medizinischer Bademeister oder als Krankengymnast/Physiotherapeut nachweisen.

Es gilt das Datum des erfolgreichen Abschlusses.

Die Berufsausbildung als Masseur und medizinischer Bademeister ist erfolgreich abgeschlossen, wenn die Ausbildungsanforderungen (Lehrgang [theoretischer und praktischer Unterricht sowie praktische Ausbildung], staatliche Prüfung und praktische Tätigkeit, vgl. § 4 des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes -MPhG-vom 26. Mai 1994) erfüllt sind.

Die Berufsausbildung des Physiotherapeuten ist erfolgreich abgeschlossen, wenn die Ausbildungsanforderungen (theoretischer und praktischer Unterricht, praktische Ausbildung und erfolgreiche Abschlussprüfung, vgl. § 9 des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes -MPhG-vom 26. Mai 1994) erfüllt sind. Das Datum der Urkundenausstellung ist ohne Bedeutung.

Kursinhalte:

Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Lymphgefäßsystems: Der theoretische Hintergrund für eine effektive Behandlung

Manuelle Lymphdrainage: Grifftechnik und Behandlungsaufbau für die Krankheitsbilder

Krankheitsbilder:

Lymphödeme jeglicher Genese

Phlebolymphostatisches Ödem

Lipödem, zyklisch-idiopathische Ödemsyndrome
(sport-)traumatische und postoperative Ödeme sowie Ödeme bei CRPS / M. Sudeck, Sklerodermie
und entzündlich rheumatischen Erkrankungen

Kompressionsbandage: Stiefkind der Entstauungstherapie, dennoch unverzichtbar
Bewegungstherapie sowie weitere Therapieformen

In den Kurs ist ein Klinik- / Praxistag integriert mit der Möglichkeit, am Patienten zu arbeiten. Bei Bedarf wird ein Übungsabend eingerichtet.

Die Mindestdauer der Weiterbildung beträgt 170 Unterrichtseinheiten (UE).
Der Prüfungszeitraum ist nicht zu berücksichtigen.
Die Dauer einer Unterrichtseinheit beträgt 45 Minuten.
Die tägliche Kursdauer darf zehn Unterrichtseinheiten nicht überschreiten.

Die Weiterbildung kann in einem vierwöchigen Kurs oder in zwei Kursabschnitten (Basis- und Therapiekurs) erfolgen. Der Abstand zwischen den Kursabschnitten sollte nicht mehr als fünf Monate betragen.

Die Weiterbildung sollte in der Regel innerhalb eines halben Jahres abgeschlossen werden.

Die Weiterbildung ist abgeschlossen, wenn sämtliche Kurseinheiten durchlaufen und die Abschlussprüfung erfolgreich absolviert wurden.

Abschlussprüfung

Die Weiterbildung schließt ab mit einer theoretischen und praktischen Prüfung und berechtigt nach erfolgreichem Abschluss zur Abrechnung mit den Krankenkassen.

Die Prüfung ist bestanden, wenn beide Prüfungsteile mindestens mit „ausreichend" bewertet werden. Jeder nicht bestandene Prüfungsteil kann höchstens zweimal wiederholt werden.

Bitte mitbringen:

Ein großes und ein kleines Handtuch, eine Allzweckschere, weiße Berufskleidung für den Klinik- bzw. Praxistag, ansonsten bequeme Kleidung.

BILDER VOM KURS:


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